Die international besetzte Gruppenausstellung Radikale Hoffnung beleuchtet die Verbindungen zwischen Kunst und Arbeitskampf von der frühen Moderne bis in die Gegenwart. Künstler*innen aus unterschiedlichen Regionen und Zeiten nähern sich dem Thema – dokumentarisch, poetisch, kritisch, radikal, solidarisch und aus eigener Betroffenheit.
Anfang des 20. Jahrhunderts rückt die Kunst den Kampf der arbeitenden Klasse gegen soziale Missstände in den Fokus. In den 1960er Jahren gehen Künstler*innen weiter und beteiligen sich selbst an Streiks, getragen vom demokratischen Aufbruch der Nachkriegszeit. Bis heute prägt das Streikrecht das öffentliche Leben und erzeugt eindrucksvolle Bilder des Stillstands, die auch in der Kunst sichtbar werden. Gleichzeitig erschweren die globale Arbeitsteilung und die Vereinzelung von Arbeit im Plattformkapitalismus klassische Formen des Arbeitskampfs und bringen neue Formen des Widerstands hervor.
Das Ausstellungsthema ist eng mit lokalen Erfahrungen verknüpft. Im Ruhrgebiet und auch im zechenreichen Gelsenkirchen prägt die Geschichte des Streiks um das Ende von Bergbau und Stahlindustrie bis heute die Erinnerungskultur. Ebenso steht Gelsenkirchen für feministische Arbeitskämpfe: Arbeiterinnen erstritten hier Anfang der 1980er Jahre Lohngleichheit – als Teil einer europaweiten Bewegung, die auch in der Kunst ihren Ausdruck fand. So artikulierte sich die Bewegung rund um fair pay auch in der von Künstlerinnen mitinitiierten ‚Lohn für Hausarbeit‘-Kampagne im Italien der 1970er-Jahre.
Die Ausstellung verknüpft künstlerische Arbeiten mit Ästhetiken des Protests wie sie Arbeitskämpfe in Plakaten, Texten, Musik und Theater hervorgebracht haben. Sie zeigt auch, wie Künstler*innen diese Bildsprache aufgreifen und weiterentwickeln. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf das Buch Radical Hope von Jonathan Lear und beschreibt Hoffnung als eine Haltung – die Ausstellung fragt anknüpfend, welche Rolle hierfür Arbeit und Streik von der Moderne bis zu unserer Gegenwart spielen können.
Eröffnung
12.6.2026, 19 Uhr


